Jan 31, 2019
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Kriminelle Clans begehen Tausende Straftaten

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Kriminelle Clans begehen Tausende Straftaten

ESSEN Die sogenannten kriminellen Clans haben in den Jahren von 2016 bis 2018 landesweit 14.225 Straftaten begangen. „Das Ausmaß des Dunkelfeldes dürfte zudem sehr groß sein“, sagte Thomas Jungbluth vom Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch auf einer Polizeitagung in Essen. Rund ein Drittel der Taten seien Gewaltdelikte wie Körperverletzung. Ermittelt werden konnten 6449 Tatverdächtige. Auffällig sei dabei, dass jeder fünfte von ihnen weiblich sei, so der Leitende Kriminaldirektor des LKA. „Darüber hinaus haben wir 15 Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität eingeleitet – unter anderem wegen Rauschgifts“, sagte Jungbluth.

Trotz zahlreicher polizeilicher Maßnahmen breiten sich die Clans in NRW offenbar immer weiter aus. Zählte das LKA im November vergangenen Jahres noch rund 50 Clans, so seien es mittlerweile deutlich mehr als 50, so Jungbluth. Hochburg sei das Ruhrgebiet, vor allem Essen. Von den landesweit 6449 ermittelten Tatverdächtigen kommen laut LKA 1277 aus Essen – so viele wie aus keiner anderen Stadt. „Man erkennt bei diesen Clans Muster, die an die Anfänge der Cosa Nostra auf Sizilien erinnern“, so Jungbluth. Daher müsse man unbedingt den Druck auf die Clans hochhalten und weiter mit intensiven Razzien gegen sie vorgehen. „Damit sie sich hier nicht so festsetzen können, dass wir sie überhaupt nicht mehr wegbekommen“, betonte der Kriminaldirektor.

Die Bekämpfung der Clankriminalität sei einer der kriminalpolitischen Schwerpunkte der nordrhein-westfälischen Landesregierung, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). In den vergangenen 30 Jahren hätten sich in den Ruhrgebietsstädten Brennpunkte der Clankriminalität gebildet. „Solange in Teilen des Ruhrgebiets Clanfamilien herrschen, wird es schwer für eine bessere Zukunft der Region“, sagte Reul. Es sei von Seiten der Behörden und der Politik viel zu lange nichts gegen diese Strukturen gemacht worden, so der Minister. Statt zu handeln, hätte man immer nur nachgedacht, wie mit dieser Klientel umzugehen sei. Essens Polizeipräsident Frank Richter ergänzte: „Eine verfehlte und gescheiterte Integrationspolitik ist Schuld an der Situation.“Man habe viel zu lange versucht, Menschen zu integrieren, die den deutschen Rechtsstaat ablehnten und bekämpften.

Wohin diese offenkundig verfehlte Politik geführt hat, skizzierte Daniela Lesmeister vom Innenministerium. Es gebe Mitarbeiter städtischer Behörden, die sich ohne Polizeischutz nicht mehr in bestimmte Stadtteile trauen würden, sagte sie. „Das kann nicht sein. Und das werden wir nicht länger zulassen“, sagte Lesmeister.

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